Franz Josef Weiss
Franz Josef Weiss, 15.1.1952
Ich wurde an einem schneereichen kalten Wintermorgen in dem kleinen Dorf Oberfellabrunn geboren.
Da ich schon als Kind sehr gerne „ganz vorne“ dabei sein wollte wurde ich mit 7 Jahren Ministrant. Die vielen lateinischen Sprüche zu erlernen, die damals ein Ministrant auswendig können mußte, fiel mir leicht und mein Pfarrer meinte bald, ob ich nicht Priester werden wollte. Mit 10 Jahren kam ich daher dann in ein Internat , in das e.b.Knabenseminar Hollabrunn.
Und dort machte ich mit 12 Jahren meine erste Theatererfahrung, ich durfte in einem Passionsspiel unter der Leitung von Prof. Walter Lehner als „Gassenjunge“ auftreten.
Mit 18 Jahren war dann mein nächster Auftritt als Soldat bei der Löwinger Bühne, im Renaissance Theater Wien unter der Regie von Sissy Löwinger.
Mit 20 Jahren trat ich in die Länderbank in Wien ein und wurde Bankangestellter. Ein solider Beruf mit fixem Einkommen war, zumal ich schon früh eine Familie gründete, für mich sehr wichtig.
Mit dem späteren Wohnsitzwechsel von Wien zurück nach Oberfellabrunn und dem Beginn als Filialleiter der Sparkasse Hollabrunn gründete ich die Theatergruppe Oberfellabrunn.
Theater ließ mich eben nie los.
Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf diese Theater-Zeit zurück, zahlreiche Nestroy-Rollen und Raymund-Stücke waren für mich absolute „Highlights“.
Die Begeisterung wuchs und auch der Anspruch, so gründete ich mit einem Freund die Bühne Weinviertel und mit „Jedermann“ und „Jägerstätter“ gelangen tolle Produktionen.
Neue Ideen und Anregungen ließen mich aber wieder neue Wege gehen und ich traf Menschen die mich dabei unterstützten und so gründete ich die Bühne Documenta.
Hier ist nun das Ziel auf professioneller Ebene Stücke zu spielen und dem Motto gerecht zu werden: „Nicht Verstellung ist die Aufgabe des Schauspielers sondern Enthüllung“.
Das dies auch manchmal gelingt scheint der Satz : „Nicht große Namen machen großes Theater, sondern große Gefühle“. (O-Ton Peter Turrini nach einer „Josef und Maria“ Aufführung in Retz.) zu bestätigen.
Und irgendwie hat sich da ein Kreis geschlossen, der kleine Bub, der einmal Priester werden wollte und als Ministrant „ganz vorne“ stand, will ja als Schauspieler nicht viel anderes als ein Priester, nämlich Menschen erreichen, bewegen, zum nachdenken anregen.
Wer bin ich ? Woher komm ich ? Wohin gehe ich ?
